ms Horse Blog Nr.8 Im Fokus: Bedarfsgerechte Pferdefütterung – Eiweiß- und Mineralstoffbedarf

Dancing Delaya auf der Power Vibra Station von ms Horse

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ms Horse Blog Nr.8

Im Fokus: Bedarfsgerechte Pferdefütterung – Eiweiß- und Mineralstoffbedarf

Der vorige ms Horse Blog befasste sich unter der Rubrik bedarfsgerechte Pferdefütterung mit dem Body Condition Score (BCS).Wer diesen Beitrag nachlesen möchte kann hier klicken.

Mit der Bestimmung und Messung des Body Condition Score ist eine gute Grundlage geschaffen, den Eiweiß- und Mineralstoffbedarf sowie die Ration eines Pferdes zu berechnen.

Eiweißbedarf

Ohne genügend Eiweiß (Protein) treten Probleme im Stoffwechsel auf, da jede Körperzelle auf Proteine angewiesen ist. Eine ungenügende Eiweißversorgung kann zu Leistungseinbußen und Problemen beim Muskelaufbau führen. Vor allem Stuten und Fohlen sind auf hochwertiges Eiweiß angewiesen, da für Wachstum und Milchbildung Proteine von hoher Bedeutung sind. Um den Eiweißbedarf des Pferdes zu decken ist vor allem die Qualität des Eiweiß von Bedeutung. Es ist wichtig, dass die dem Pferd zur Verfügung stehenden Eiweißfuttermittel eine gute Dünndarmverdaulichkeit aufweisen und das Pferd mit essentiellen (lebensnotwendigen) Aminosäuren versorgen. Zu den essentiellen Aminosäuren gehören Lysin, Methionin, Cystin und Threonin. Futtermittel mit hoher Eiweißqualität sind z.B. Gras und Sojaextraktions-Schrot.

Der tägliche Eiweißbedarf für ein 500 kg schweres Pferd liegt zwischen 480 bis 820 g verdaulichem Rohprotein. Bei hoher Leistung wird mehr Eiweiß benötigt. Eine Futterration aus 9 kg Heu und 2,5 kg Hafer deckt bei unterstellter mittlerer Arbeit den täglichen Eiweißbedarf des Pferdes. Beim Heu schwanken die Eiweißwerte je nach Schnittzeitpunkt. So hat ein früh geschnittenes Heu deutlich mehr Protein als ein Heu welches am Ende der Blüte geschnitten wurde. Je nach Pferd und dessen Leistungsanforderungen ist dies bei der Heufütterung miteinzubeziehen um eine Unter- bzw. Überversorgung zu vermeiden.

Mineralstoffbedarf

Die neuen Bedarfswerte der DLG für Mineralstoffe werden aufgrund neuester Forschungsergebnisse nicht mehr auf die Lebendmasse sondern auf die metabolische Körpermasse des Pferdes bezogen. Die Bedarfswerte wurden nach unten korrigiert.

Der Bedarf an Mineralstoffen (Mengen- und Spurenelemente) wie Zink, Kupfer, Selen, Magnesium und Phosphor kann gezielt über ein Mineral- oder Mischfutter abgedeckt werden. Die auf dem Markt befindlichen Mineralfutter sind derzeit jedoch noch mit zu viel Calcium und Phosphor ausgestattet. Lag die Empfehlung früher bei 100 g Mineralfutter für ein Pferd pro Tag, kann der Bedarf nach neuer Berechnung durchaus durch 40 g gedeckt werden.

Auch bei den Elektrolyten (Natrium, Chlor und Kalium) die durch Schweiß verloren gehen, wurden die Bedarfswerte nach unten korrigiert. Empfohlen wird ein Salzleckstein zur freien Verfügung zu stellen. Das Pferd steuert die Aufnahme selbstständig in hinreichender Menge. Von der Verwendung eines Minerallecksteins wird abgeraten, da Pferde nur den Salzbedarf selbstständig steuern können. Vor allem von Minerallecksteinen, die mit Melasse versetzt werden ist abzuraten, da das Pferd durch den Wohlgeschmack keinen Anhalt mehr für die richtige Aufnahmemenge hat.

Bei der Fütterung mit Heu ist das Pferd meist mit Calcium und Phosphor genügend versorgt. Es lohnt sich jedoch um Engpässe in der Versorgung mit Zink, Kupfer und Selen zu verhindern und um eine gezielte Fütterung sicherzustellen, eine Analyse des Grobfutters vorzunehmen. Da sich die Werte für das Grobfutter, welches von ein und derselben Fläche stammt, laut neuester Forschungsergebnisse nur geringfügig ändern, genügt es, die gleiche Anbaufläche nur alle drei Jahre zu untersuchen.

Eine genaue Analyse der Ration hilft eine Über- oder Unterversorgung zu verhindern.

Im nächsten Blog werden die neuesten Forschungsergebnisse bzgl. der Rationsberechnung dargestellt.

Es grüßt Sie Ihre Lea Preisendanz vom ms Horse Team.

Fragen oder Anregungen? Treten Sie mit mir in Kontakt: l.preisendanz@horse-fitwell.de